Eine grosse Zahl Mitglieder des inzwischen fast 400 Mitglieder starken Fischereivereins Liechtenstein folgten der Einladung an die bereits 57. Mitgliederversammlung, welche am 12. März im Landhaus Nendeln stattfand. Neben den üblichen Traktanden einer Jahresversammlung beschäftigten sich die engagierten Fischerinnen und Fischer vor allem mit den Lebensräumen für die heimischen Fischarten. Den Ausführungen von FVL-Präsident Günther Biedermann und der Statistik von Aufseherobmann Gottlieb Sele konnte dabei entnommen werden, dass es gerade um den Rhein sehr schlecht bestellt ist. Der Rhein dient bestensfalls den Fischen noch als Transitstrecke zwischen Bodensee und den Rheinzuflüssen wie der Liechtensteiner Binnenkanal. Als funktionierender ökologischer Lebensraum muss der Rhein aber als entgültig tot bezeichnet werden. Aber auch die Situation im Binnenkanal und den Giessengewässern ist mehr als bedenklich. In den Niedrigwasserperioden zwischen September und März fliesst von Jahr zu Jahr weniger Wasser, und zwar genau in der Zeit, in der sich die Forellen im Laichgeschäft befinden. So kämpft der FVL seit Jahren für eine Verbesserung der Lebensbedingungen für die heimischen Fischarten. Themen wie Schwall und Sunk, erzeugt durch die Stromproduktion an Wasserkraftwerken ein zu tiefer Grundwasserspiegel. Geschiebe, Kolmatierung und Frassdruck durch fischfressende Vögel sind nur einige der Probleme, mit denen sich die Fischerei zu beschäftigen hat. Dabei verstehen sich die Fischerinnen und Fischer heute vor allem auch als Umweltschützer, welche Sprachrohr für die Fische und zuständig für die Hege und Pflege sind. Im vergangenen Jahr «erbeuteten» die Fischer an einem Tag Kanalputzete fast eine Tonne Unrat, die sich in den Binnenkanal verirrt hatte. Um den Gewässer und den Fischen eine bessere Stimme verleihen zu können wurde nun gemeinsam mit den Fischereiverbänden Vorarlberg, St. Gallen und Graubünden die Arbeitsgemeinschaft ProFisch Alpenrhein gegründet. Denn die Sorgen sind im ganzen Rheintal dieselben. Und die Fische sind auch ein Teil unserer Heimat.