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Fischereiverein Liechtenstein
Elritze - Fisch des Jahres 2018
Wer kennt sie nicht, die zumeist als sehr gesellig beschriebene und zu den kleinsten Karpfen unserer Süßgewässer gehörende Elritze. Sie trägt ferner Namen wie Irlitze, Pfrille oder Ellerling. In Brehms Thierleben werden allein für den deutschsprachigen Raum vierzig Namen angeführt. Diese Vielfalt an Namen zeigt wie populär und weit verbreitet diese Art ist. In Liechtenstein wird sie auch Bamele genannt.

 

Das Nahrungsspektrum der Elritze umfasst kleine Bodentiere, wie Insektenlarven, Kleinkrebse, Würmer, und auf der Wasseroberfläche schwimmende Insekten. Hinzu kommen pflanzliche Komponenten, wie zum Beispiel Kieselalgen. In stehenden Gewässern ernährt sich die Elritze überwiegend von Wasserflöhen und anderen Planktonorganismen. Laich von Fischen wird nur selten gefressen. Die Elritze besiedelt organisch wenig belastete und sauerstoffreiche Fließgewässer und Seen, wobei sie Bereiche mit kiesigem bis sandigem Sohlsubstrat bevorzugt. Ältere Individuen halten sich überwiegend in Kolken und deckungsreiche, unterspülte Uferstrukturen auf, während jüngere Elritzen auch strömungsarme Flachwasserbereiche aufsuchen. Hinsichtlich ihrer Strömungspräferenz wird sie als indifferente Art eingestuft. Obwohl die Elritze zumeist in sommerkühlen Gewässern vorkommt, ist sie gegenüber höheren Wassertemperaturen wenig empfindlich. 

 

Die Geschlechtsreife tritt bei Elritzen im Regelfall mit zwei bis drei Jahren ein. Elritzen stellen, wie andere Kieslaicher auch, hohe Ansprüche an das Laichsubstrat. Dabei werden Korngrößen von zirka 20 bis 30 mm bevorzugt. Im Frühjahr sammeln sich zur Eiablage an seichten und gut durchströmten Gewässerabschnitten Schwärme von geschlechtsreifen Tieren – auffällig ist ihr Laichausschlag auf der Oberseite des Kopfes und die gelbrötliche Färbung von Bauch und Maul. Die 1.000 bis 2.000 zirka ein millimetergroßen Eier gelangen nach der Befruchtung in das Kieslückensystem (Interstitial). Die frisch geschlüpften Larven bewegen sich zunächst noch tiefer in das Interstitial. Erst nachdem sie ihren Dottersack aufgezehrt haben, verlassen die Larven den Kieslückenraum und gelangen so ins Freiwasser.

 

Die Elritze – sie besiedelt vorwiegend Fließgewässer der Forellen- und Äschen-Region – ist liechtensteinweit Verbreitet. War sie von einigen Jahrzehnten noch in grossen Schwärmen in den meisten Gewässern Liechtenstein anzutreffen, ist sie heute selten geworden.

 

(Text freundlicherweise von Manuel Hinterhofer & Daniela Latzer (Österreichischer Fischerei Verband) zur Verfügung gestellt und durch den FVL leicht auf Liechtenstein adaptiert.)

 

Fotoautor: Rainer Kühnis
 

 

Die Elritze

 

Die Fische und Krebse des Fürstentums Liechtenstein. Amtlicher Lehrmittelverlag, Vaduz, 2014 (Naturkundliche Forschung im Fürstentum Liechtenstein; Bd. 30).

 

Der gesamte Band kann hier heruntergeladen werden.

 


 
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