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Forumsbeitrag
Grüne Energie aus dem Rhein?
Forumsbeitrag des Fischereivereins Liechtenstein
 
Im Liechtensteiner Volksblatt wird unter dem Titel „Grüne Energie aus dem Rhein“ das Hohelied der Wasserkraft besungen. Ganz bewusst haben wir für unseren Forumsbeitrag denselben Titel gewählt, aber mit  einem Fragezeichen versehen. Ist denn Wasserkraft wirklich so sehr grüne Energie? Man muss das in Frage stellen.
 
Blenden wir ein paar Jahre zurück, war sich die Fischerei ohne Wenn und Aber darüber einig, dass Wasserkraftwerke zu bekämpfen sind. Denn Flüsse sind in erster Linie Lebensräume. Wasser ist Leben. Im Rheintal war der Rhein einst ein wilder Fluss, der die ganze Talebene vereinnahmte. Auf alten Bildern sieht man einen mäandrierenden Fluss mit Verzweigungen und Seitenarmen. Darin pulsierte das Leben: heimische Fischarten, Krebse, Muscheln und Kleinstlebewesen. An den Ufern und über den Wassern fanden sich zahlreiche Insekten- und Vogelarten und allerhand Getier. Das ist Geschichte, der Fluss ist begradigt und dient vorrangig der Hochwassersicherheit. Aber er ist auch noch ein Stück Natur und die verbleibenden Lebewesen gehören zum Rhein, auch heute noch.
 
Die Fischerei stemmte sich ohne Wenn und Aber gegen die Wasserkraftwerke. Was hat sich daran geändert? Im Grunde nichts. Es gibt aber ein Aber. Auch an den Fischereiverantwortlichen ist Fukushima nicht spurlos vorbeigegangen. Auch wir sehen die Notwendigkeit, mehr auf alternative Energieformen zu setzen und für unsere Kinder eine Zukunft zu gestalten, in der die Menschheit und die Natur vor Atomkatastrophen geschützt sind. Dass sich hierzulande die Wasserkraftnutzung aufdrängt verstehen wir. Aber gibt uns das das Recht, uns derart über die Natur zu erheben, dass wir um ein Problem zu lösen ein nächstes schaffen. Braucht es nicht mehr Sensibilität? Wir Fischereiverantwortliche sind nicht „grüne Linke“  sondern Advokate der Lebewesen im Wasser. Und in diesem Sinne sind wir auch gegen Staustufen im Rhein.
 
Im übrigen stört es uns nicht, wenn die verantwortlichen Stellen beim Thema Energiepolitik auch über Wasserkraft nachdenken. Sie müssen sich aber bewusst sein, dass Eingriffe in die Natur so zu erfolgen haben, dass der Schaden so gering wie möglich gehalten wird. Was uns stört, sind Aussagen, wie sie in besagtem Beitrag von Seiten des Geschäftsführers der Wirtschaftskammer, Jürgen Nigg, getätigt werden. Er wird darin zitiert mit Sätzen wie „Ich höre jetzt schon das Geschrei darüber, dass Frösche und Amphibien in Gefahr seien“. Nichts werde zerstört, nichts gehe kaputt, vieles würde sich nur verlagern. Nigg rechnet sogar mit einer Win-Win-Situation. Aber für wen steht dieses „Win“? Für die Fische im Alpenrhein und die Natur sicher nicht.
 
Der Eingriff durch die Wasserkraftnutzung wäre immens. Das Bild des Rheintales würde nachhaltig verändert. Vor dem Kraftwerk gestaute Gewässer, danach kümmerliche Rinnsale. Von der Problematik des Grundwassers und der Schwall- und Sunkbewegungen ganz zu schweigen.
 
Wir wollen sensibilisieren. Wenn wir heute mit all unserem Wissen nach alternativen Energieformen suchen, müssen wir dies im Bewusstsein tun, dass wir mit der Natur und nicht gegen sie arbeiten sollten. Denn wenn wir auf die Natur pfeifen, können wir ja gleich beim Atomstrom bleiben.
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